Zero Waste auf dem Street Food Festival & deine Grundausstattung für Zero Waste

Vor kurzem war ich mit einer Freundin auf dem Street Food Festival in München. Auf einem großen Freigelände hatten sich ganz viele Food Trucks platziert und boten viele verschiedene Speisen und Getränke an, von Fish&Chips über asiatisch bis Donuts. Ich wollte die Gelegenheit nutzen und testen, ob ich Zero Waste auf so einem Festival hinkriege.

Die Vorbereitungen

Ein bisschen Vorausplanung gehört zu Zero Waste ja meistens dazu. Ich packte also zu meinem Geldbeutel, dem Handy und der Sonnenbrille noch folgendes ein:

Alles zusammen kam in einen Jutebeutel (der in meiner Handtasche Platz fand) und dann konnte es auch schon losgehen.

Der Getränketest

Als erstes löste ich den 3€-Eintrittsgutschein am Softdrink-Stand ein. Ich bekam eine Sprite in einer Glasflasche und einen Pfandbon. Schon mal ein guter Start in einen Zero Waste Abend. Man konnte sich einen Plastik-Strohhalm mitnehmen, ich packte aber meinen Edelstahl-Strohhalm aus. Als ich ihn in die Flasche steckte, schäumte die Flüssigkeit gleich wahnsinnig auf und ich bekleckerte mich erstmal überall mit Sprite… Super! Naja, da es schön warm und sonnig war, trocknete das alles auch ganz schnell wieder, also halb so wild. Der Strohhalm versank natürlich in der Flasche, war ja aus Edelstahl. Ich fischte ihn wieder raus. Das Trinken war dann nicht viel anders als bei anderen Strohhalmen auch. Was mich etwas störte, war, dass man den Strohhalm die ganze Zeit halten musste, damit er nicht wieder in der Flasche verschwand.

Street Food Festival

Das Essen – Hauptgang

Wir starteten das große Schlemmen mit einer Samosa, die meine Freundin auf einem Papptellerchen kaufte (ich hatte nicht schnell genug geschaltet…). Die Samosa war sehr lecker. Der Pappteller ist zwar nicht Zero Waste, aber immerhin kein Plastik. Nachdem wir eine Runde gedreht hatten und uns einen Überblick über das Angebot verschafft hatten, setzten wir uns auf eine Bank und genossen die Sonne. Dann machten wir uns einzeln auf den Weg, etwas zum Essen zu ergattern. Da meine Edelstahl-Box zwei Teile hat, die aufeinander gestapelt werden können, bot ich meiner Freundin die eine Hälfte an. Ich war überrascht, dass sie zustimmte. Kurz darauf kam sie wieder mit einem unglaublich lecker aussehenden Curry. Es war sogar vegan, sodass ich probieren konnte. Der Verkäufer hatte es extra toll angerichtet, weil sie ihm erzählt hatte, dass ich einen Blog schreibe. Und es schmeckte fantastisch! Und wir erregten einige Aufmerksamkeit mit unserer Box. Die Leute guckten und fragten sich, wo man wohl dieses Gericht bekäme. Irgendwann kam auch einer und fragte uns direkt. Wir zeigten im die Richtung und sagten, dass er dort nur den Inhalt, nicht die Dose bekäme.

Street Food Festival

Als nächstes machte ich mich auf. Ich hatte mir eine bestimmte Hefeteigtasche ausgesucht, die man Guabao nennt. Es gab eine vegane Variante mit Kokosmilch, Zitronengras, Erdnüssen, Minze, salziger Mango und Mango-Chili-Sauce. Überhaupt war ich überrascht, wie viele vegane Optionen auf dem gesamten Festival zu finden waren. Das hätte ich überhaupt nicht erwartet. Vegetarisch ja, aber vegan… Die vegane Ernährung scheint doch immer weiter in die Mitte der Gesellschaft vorzurücken, was auch viele Statistiken belegen.

Die Bestellung war unkompliziert. Ich sagte, was ich wollte und reichte dann meine Dose rüber: „Kann ich das da rein haben?“ Kein Problem. Es sah einfach so viel schöner aus in einer Edelstahldose.

Und der Guabao schmeckte super! Und wieder erregte die ungewöhnliche Verpackung sehr viel Aufsehen bei den vorbeilaufenden Leuten. Später wischte ich mir meine Finger an meiner mitgebrachten Stoffserviette ab.

Street Food Festival

Das Essen – Der Nachtisch

Wir schlenderten nochmal über das Gelände, um etwas süßes zum Nachtisch zu finden. Bei einem Stand mit brasilianischen Spezialitäten wurden wir fündig. Sie boten einerseits Tapioca an, das sieht ähnlich aus wie ein Crepe, das Mehl kommt aber von der Maniokwurzel. In der Pfanne wird es zu einem Teig verarbeitet, den man dann süß oder salzig füllen kann, z.B. mit Tomate/Mozzarella. Mir hatten die Tapioca in Brasilien allerdings nicht so gut geschmeckt (dort essen sie die sehr salzigen Fladen zum Frühstück) und deswegen entschieden wir uns für Açaí. Es wird aus den weinroten Beeren der Açaí-Palme gewonnen und dann zerkleinert und mit Crushed Ice zu einer Art Sorbet verarbeitet. Dazu gibt es oft Granola (also Müsli) und Bananen. Es schmeckt sehr erfrischend und ich habe es letztes Jahr in Brasilien fast jeden Tag gegessen. Ich war neugierig, ob es hier genauso gut und authentisch schmeckt wie in Brasilien. Und tatsächlich war der Geschmack identisch. Da wir leider kein freies Gefäß mehr hatten, ließen wir uns das Açaí im Plastikbecher geben. Aber wir konnten zumindest die Serviette und das Plastikbesteck ablehnen.

Street Food Festival

Fazit – Zero Waste auf dem Street Food Festival

Es war ein super schöner Abend auf dem Street Food Festival. Bis auf den Plastikbecher für das Açaí haben wir keinen Müll produziert. Die Mülleimer auf dem Festival quollen am Ende des Abends schon über, was mir echt wehtat. Zero Waste ist also auf so einem Festival durchaus möglich, wenn man vorher kurz nachdenkt, was man dafür von zu Hause mitnehmen muss.

Street Food Festival

Zur Grundausstattung für Zero Waste könnte man je nach Gewohnheiten auch noch einige andere Dinge zählen. In meinen Augen gehört auch eine Wasserflasche dazu, manche Leute brauchen noch einen Coffee-to-go-Becher, weil sie jeden Morgen gerne ihren Kaffee trinken.

Kannst du dir vorstellen, so etwas auch mal auszuprobieren? 

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