Zero Waste in… München: der Ohne-Laden

Endlich verpackungsfrei in München

Vor ein paar Wochen öffnete der lange erwartete und heiß ersehnte erste verpackungsfreie Supermarkt Münchens seine Pforten: der Ohne-Laden. Ich war vorher schon monatelang um die Facebook-Seite herumgeschlichen, erfuhr dann, dass sich die Eröffnung verschob, aber dann war es endlich so weit: am 20. Februar, einem Samstag, war feierliche Eröffnung. Ich ging am Nachmittag hin, um mir das Ganze mal aus der Nähe anzuschauen. Mit dabei im Gepäck waren schon eine ganze Reihe von Gefäßen, größtenteils Einmachgläser, in die ich dann schon erste Lebensmittel abfüllen wollte. Als ich den Laden betrat, wurde mir schnell klar, dass ich an dem Tag erst mal gar nichts abfüllen würde: Der Shop war, wie sollte es auch anders sein, am Eröffnungstag, gerammelt voll, die Schlange an der Kasse endlos. So schob ich mich einfach ein bisschen durch und bewunderte die supertollen Spender für Dinge wie Reis, Nudeln oder Nüsse.

Ohne-Laden Fassade

 

Zweiter Versuch

Ein paar Tage später versuchte ich nochmal mein Glück. Der Ohne-Laden war erwartungsgemäß viel leerer und ich konnte mir in Ruhe alles anschauen. Ich hatte gelesen, dass Carlo, einer der Besitzer, Ingenieur ist und bei der Ladeneinrichtung einiges selbst gebaut hat. Der Laden ist wirklich beeindruckend! Die Spender an der Wand sind alle aus Glas und Holz und Metall und es gibt selbstgebaute Tische, in die Behälter für Spaghetti und Lasagneplatten eingelassen sind. Kurzum, ich fühlte mich sehr wohl und hatte Spaß am Einkaufen!

Ohne Laden

Der Einkauf

Gleich beim Eingang steht eine Waage, dort wiegt man seine leeren mitgebrachten Gefäße ab und schreibt mit einem wasserlöslichen Stift das Gewicht direkt auf das Gefäß. Dann geht es los! Ich füllte kleine Einmachgläser voll mit Cashewbruch, Bulgur, Reis, Nudeln, Chiasamen und noch einigen anderen Dingen. Dann ging es zur Kasse. Dort wird das Gefäß samt Inhalt gewogen und dann das Gewicht des Gefäßes subtrahiert. Fertig! Um ehrlich zu sein, war ich etwas skeptisch aufgrund des Elements der Willkür auf beiden Seiten: wie kann der Laden sicherstellen, dass die Leute das richtige Gewicht auf das Gefäß drauf schreiben? Und wie können die Leute sicher sein, dass der Laden an der Kasse das Gewicht richtig eintippt? Es muss von beiden Seiten wohl etwas Vertrauen herrschen, damit es funktioniert…

Zu Hause angekommen verglich ich die Preise meiner neu erstandenen Waren mit Preisen von Bioprodukten in Onlineshops. Dabei kam heraus, dass der Ohne-Laden an der oberen Preisgrenze des Biosegments liegt (immer auf die von mir gekauften Artikel bezogen). Das finde ich schade! Ich verstehe natürlich, dass das Konzept es wahrscheinlich erfordert, höhere Preise anzusetzen, um es tragbar zu machen. Die Nachfrage nach verpackungsfreien Artikeln ist wahrscheinlich so gering, dass es um einiges teurer ist, diese Artikel anzubieten, als sie auf herkömmliche Weise in den Laden zu stellen. Aber für mich heißt das, dass ich mir schon gut überlegen muss, ob ich mir das verpackungsfreie Einkaufen leisten kann.

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Ohne-Laden: Fazit

Ich stehe absolut hinter dem Konzept des verpackungsfreien Einkaufens, der Ohne-Laden sieht wirklich toll aus und ich hatte ein gutes Einkaufserlebnis, einziger Wermutstropfen ist der Preis. Ich denke, ich werde trotzdem weiter dort einkaufen, um einfach das Konzept zu unterstützen!

Hier noch der Link zur Website des Ohne-Ladens mit allen Infos zu Öffnungszeiten und noch mehr Bildern.

Wie ist das bei dir? Hast du schon mal in einem verpackungsfreien oder plastikfreien Supermarkt eingekauft? Wie waren deine Erfahrungen? Oder interessierst du dich zwar für das Thema, aber es gibt in deiner Nähe leider keinen solchen Laden? Wie gehst du damit um? Ich freu mich über deinen Kommentar!

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Ohne Laden

Ohne Laden

Ohne Laden

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