Zahnpasta selber machen – meine besten Tipps und Tricks

Auf meinem Weg zu weniger Müll stieß ich irgendwann auch auf viele verschiedene Tipps zum Zähneputzen. Viele Zero Wasties verwenden größtenteils keine herkömmliche Zahnpasta mehr, aus unterschiedlichen Gründen:

  • Die Verpackung besteht aus Plastik oder Aluminium
  • In vielen Zahnpastas ist Mikroplastik enthalten, das nicht durch die Kläranlagen herausgefiltert werden kann, sodass dieses Plastik auf jeden Fall im Meer landet
  • Es sind viele Inhaltsstoffe enthalten, die man nicht braucht, oder von denen man nicht genau weiß, wozu sie eigentlich da sind
  • Das Zusetzen von Fluorid ist unter Experten umstritten
  • Gekaufte Zahnpasta ist meist viel teurer als selbst gemachte

Aus einer Mischung aus all diesen Gründen entschied ich mich dazu, meine alte Zahnpasta aufzubrauchen, mich dann mal auf die Suche nach einer Alternative zu machen und dann meine Zahnpaste selber zu machen.

Test 1: Xylit und Backpulver

Das erste Rezept stammt von Manuela von Einfach Zero Waste leben, die viele tolle DIY-Rezepte und Tipps auf ihrer Seite hat. Ich lernte sie auf einem Seminar kennen und sie brachte mir Xylit mit, natürlich standesgemäß für einen Zero Wastie in einer Papiertüte.

Xylit, auch Birkenzucker genannt, ist ein Zuckerersatzstoff, der aus Holz gewonnen wird. Klingt erstmal seltsam, ich weiß… Optisch und geschmacklich unterscheidet sich Birkenzucker nicht von Haushaltszucker.

Jetzt wirst du vielleicht sagen: mit Zucker die Zähne putzen, das ist doch kontraproduktiv!

Naja, nicht immer. Xylit ist tatsächlich in vielen Zahnpflegekaugummis enthalten, und das zu Recht. Denn Xylit hat eine antikariogene Wirkung, reduziert also Karies, in Studien sogar bis zu 85%!

Die zweite Zutat ist Natron, das der Hauptbestandteil von Backpulver ist. Deswegen kann man Natron auch durch Backpulver ersetzen (nicht jedoch umgekehrt). Als Mundhygiene angewendet wirkt Natron gegen Karies, Zahnbelag und Mundgeruch, denn es hat basische Eigenschaften. Es hellt auch die Zähne auf. In den USA ist Natron viel bekannter als Zahnpasta. Einige Amerikaner verwenden Natron sogar pur zum Zähneputzen.

Hier also mein Rezept:

10 Teile Xylit

1 Teil Natron oder Backpulver

Vermischen, in ein kleines Schraubglas abfüllen, fertig!

Da das Natron in meinem Mund sehr scharf ist und ich das als unangenehm empfinde, habe ich viel mehr Xylit verwendet als Natron. Das kannst du aber nach deinem Bedarf variieren.

Das fertige Pulver habe ich in ein kleines Schraubglas abgefüllt und dann immer meine angefeuchtete Zahnbürste da hinein getaucht. Anfangs ist es etwas komisch, dass die Zahnpasta nicht schäumt und so wahnsinnig süß schmeckt. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, denn in meinem Kopf war eingebrannt: süß ist schlecht für die Zähne!

Aber mit der Zeit gewöhnst du dich daran. Und die Zähne fühlen sich so schön sauber an!

Das einzige Problem für mich war, dass ich manchmal aus Versehen etwas Wasser in das Gefäß tropfen ließ und dadurch das Pulver dann klumpte. Aus diesem Grund wollte ich noch ein paar andere Alternativen ausprobieren.

Man könnte das Klumpen umgehen, wenn man das Pulver in einen Salzstreuer füllt und dann auf die Zahnbürste streut, aber ich hatte keinen freien Salzstreuer zu Hause und auch bei meinen Eltern fand sich keiner.

Zahnputzpulver

Auf dem Bild sieht man, dass da noch ein paar Reiskörner drin sind. Ich versuche damit die Feuchtigkeit aufzufangen.

Test 2: Xylit und Kokosöl

Mit dem Xylit an sich war ich ja schon sehr zufrieden, also wollte ich damit noch etwas experimentieren.

Ich erhitzte etwas Kokosöl in einem Topf und rührte das Xylit ein, um es zu schmelzen (Mengen auch ca. 10/1).

Kokosöl wird von vielen auch für Ölziehen (1 EL Kokosöl in den Mund nehmen und 10-20 Minuten durch die Zähne ziehen, soll Giftstoffe aus dem Körper ziehen) genutzt, weil es eine antibakterielle Wirkung hat.

Der Plan war, das Xylit komplett in dem Öl zu lösen und damit eine homogene Masse zu haben. Es war schon etwas schwierig, das Xylit überhaupt richtig zu verflüssigen. Und als ich das Ganze dann in ein kleines Gläschen abfüllte, setzte sich das noch flüssige, aber offensichtlich schwerere Xylit gleich unten im Glas ab. Ich drehte das Glas mehrmals um, um das Xylit besser zu verteilen, während die Flüssigkeit abkühlte. Mit dem Effekt, dass ich nachher innen am Glas überall Teile des Xylit steinhart kleben hatte. Nicht so toll!

Ich verwendete das Ganze natürlich trotzdem zum Zähneputzen. Denn wegschmeißen geht für mich gar nicht. Es ist nochmal ein ganz anderes Gefühl, die Zähne mit Öl zu putzen. Es fühlt sich viel weicher an, aber die Zähne fühlen sich auch nicht so sauber an wie bei der ersten Mischung. Und das Öl klebt dann halt leider an der Zahnpasta, dem Waschbecken etc. und lässt sich einfach nur mit Wasser natürlich nicht wegkriegen. Ich fand das Ganze nicht so ideal.

Test 3: Back to the Roots!

Ich wollte wieder weg vom Öl, was ich doch zu unpraktisch fand. Ich kaufte mir einen Pfefferstreuer. Ein Glasgefäß mit Metallschraubdeckel, auf dem die Löcher in Form eines großen „P“ eingestanzt waren. Dort hinein füllte ich meine Zahnpasta aus Xylit und Natron (siehe Test 1). Die Zahnbürste wird angefeuchtet und dann das Pulver mit dem Streuer auf die Zahnbürste gestreut. Da ich momentan eine elektrische Zahnbürste verwende, ist die Fläche der Zahnbürste zu klein, um das Pulver gezielt auf die Bürste zu streuen. So streue ich es momentan in meine Hand und von dort kommt es dann in den Mund.

Was nicht so praktisch ist: da der Streuer natürlich Löcher hat, aber keinen weiteren Deckel, ist das Ganze nicht so ideal geeignet für die Reise. Das habe ich beim Kauf nicht bedacht. Ich habe also die Löcher erstmal mit Tesafilm zugeklebt, aber mich dann für meine Reise dazu entschieden, wieder das kleinere Glas mit Schraubdeckel mitzunehmen.

Pfefferstreuer Zahnputzpulver

Test 4: Zahnputztabletten

Kürzlich war ich im Ohne-Laden und kaufte mir dann auch endlich mal einige Zahnputztabletten zum Testen. Gehört hatte ich ja schon viel von ihnen, es sind weiße kleine Tabletten, die man in den Mund nimmt, zerkaut und dann ganz normal die Zähne damit putzt. Nach meinen selbstangezischten Pulvern haute mich der starke Minzgeschmack erstmal fast um. Die Tabletten schmecken schon sehr viel stärker als meine selbstgerechten Varianten zum Zähneputzen. Aber funktioniert hat es generell gut, die Zähne fühlten sich sauber an und ich hatte danach einen frischen Minz-Atem. Vielleicht eine Alternative für die Reise, denn die kann man gut mitnehmen und sie machen keine Probleme im Handgepäck, weil sie nicht zu den Flüssigkeiten zählen.

Zahnputztabletten

Update 08.08.2016

Test 5: Kokosöl, Natron, Xylit, Pfefferminzöl

Ich gab dem Kokosöl doch noch einmal eine Chance, nachdem ich ein Rezept gefunden hatte, bei dem die Konsistenz eher cremig werden sollte. Ich mischte also 2 EL Kokosöl mit ca. 1 EL Natron und 1 EL Xylit. Dazu gab ich ca. 4 Tropfen Pfefferminzöl. Das Ganze war anfangs recht flüssig. Nach ca. 1 – 2 Wochen wurde es so fest, dass ich es mit einem Löffel lockern musste. Von Cremigkeit keine Spur. Den Geschmack fand ich ehrlich gesagt nicht so prickelnd, es schmeckte sehr salzig durch das Natron. Auch das Xylit half da nicht so viel. Dieses Rezept muss ich ehrlich gesagt nicht wieder machen.

Zahncreme

Fazit

Ich bin noch nicht am Ziel meines Tests zum Thema Zahnpasta selber machen. Ich werde diesen Artikel regelmäßig updaten, wenn ich etwas neues ausprobiert habe.

Wie ist das bei dir? Hast du schon mal etwas anderes als normale Zahnpasta verwendet? Dann schreib mir über deine Erfahrungen!

Hast du Fragen? Dann rein damit in die Kommentare!

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