Was hat vegan denn bitte mit Nachhaltigkeit zu tun???

Diese Frage hätte ich noch vor ein paar Monaten genauso gestellt. Ich aß das, was man hierzulande wahrscheinlich als „normal“ bezeichnen würde, also Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst usw. Ich habe keine Allergien oder Unverträglichkeiten. Alles sehr einfach.

Durch einen Freund, der seit Jahren vegan ist, kam ich das erste Mal mit dem Thema in Berührung. Ich besuchte ihn und wir aßen vegan. Ich fand es lecker und entdeckte viele Lebensmittel, die ich noch nie vorher gesehen oder verwendet hatte (z.B. Gomasio, den „Parmesan“ der Veganer). Wir kamen auch an einem Wochenmarkt vorbei und probierten ein paar Sachen an einem Tofustand. Mein Kumpel fand einige Sorten sehr lecker und kaufte ein paar Stücke, ich dagegen fand den Geschmack furchtbar. Kurzum, für mich war es eine interessante Erfahrung, vegan leben wollte ich aber nicht.

Ein paar Jahre später sah ich über einige Wochen immer wieder Dokumentationen über die Zustände in der Massentierhaltung in Deutschland im Fernsehen. Die Bilder schockierten mich zutiefst. Ich fing an, mir über eine vegetarische oder vegane Ernährung Gedanken zu machen. Wenn ich aber darüber nachdachte, was ich dann noch essen könnte, sah mein Fazit eher mau aus. Ich kaufte mir also ein veganes Kochbuch, um mich inspirieren zu lassen. Die Rezepte fand ich größtenteils nicht sonderlich ansprechend.

Dann kam meine Weltreise dazwischen. Ich entschied mich, für diesen Zeitraum das Thema vegane Ernährung zu parken, denn ich wollte im Ausland die regionalen Spezialitäten probieren und das sind nunmal in vielen Ländern Fleischgerichte. Während dieser Zeit machte ich mir mehr und mehr Gedanken über Nachhaltigkeit, über Müllvermeidung, über die Zukunft unseres Planeten. Ich las über den CO2-Ausstoss von Transportmitteln, beim Heizen, aber auch bei der Produktion von Lebensmitteln. Und da war ich dann auf einmal doch wieder bei der veganen Ernährung. Denn sie ist nachgewiesenermaßen CO2-freundlicher als eine Ernährung, die Fleisch beinhaltet.

Als ich von meiner Weltreise zurück nach Hause kam, fing ich also an, mich mehr vegetarisch zu ernähren. Ich wollte mich zu nichts zwingen, sondern schauen, was passiert und was sich für mich gut anfühlt. Irgendwann kaufte ich einfach keinen Käse und kein Joghurt mehr und probierte die vegane Ernährung aus. Und siehe da, es war gar nicht so eintönig und langweilig, wie ich noch ein paar Monate zuvor angenommen hatte. Ich entdeckte, dass es viele Variationen gibt, die ich vorher einfach noch nie ausprobiert hatte. Und so bin ich inzwischen soweit, dass ich mich zu Hause komplett vegan ernähre. Ich bin allerdings auch sehr viel unterwegs und dann fällt es mir immer noch schwer. Ich möchte teilweise den Leuten, bei denen ich wohnen kann, keine Umstände machen, teilweise hab ich noch nicht den Dreh raus, mir für unterwegs was mitzunehmen und dann kaufe ich im Supermarkt halt doch wieder schnell was zum mitnehmen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden!

Ja, und so gehören die Begriffe Veganismus und Nachhaltigkeit für mich inzwischen untrennbar zusammen, es ist in meinem Kopf wie ein Kreis, der sich schließt. Auch der Minimalismus gehört hier dazu, aber dazu ein andermal.

Wie ist das bei dir? Hast du dich schon mal mit veganer Ernährung beschäftigt? Oder isst du bereits vegan? Oder interessieren dich andere Themen im Bereich Nachhaltigkeit? Schreib es mir in den Kommentaren!

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6 Replies to “Was hat vegan denn bitte mit Nachhaltigkeit zu tun???”

  1. Nancy

    Es macht Sinn, den Fertigprodukt konsumierenden Veganern die Nachhaltigkeit zu erklären, denn vegane Industrieprodukte sind von der Nachhaltigkeit weit entfernt.
    Ich freue mich, dass es hier ein Thema ist und werde mich öfter hier einfinden <3

  2. Ann-Kathrin

    Was mir bei den Berichten bzw. der Diskussion um vegane Ernährung aber häufig fehlt, ist der kritische Blick. Denn vegan ist nicht automatisch nachhaltig. Attribute wie regional, saisonal, bio und fair sollten auch berücksichtigt werden. Jemand der es ernst meint, achtet vermutlich darauf. Mir begegnen aber auch so einige „Mode-Veganer“ 😉

    • Daniela Autor dieses Beitrags:

      Hallo Ann-Kathrin,
      da hast du mit Sicherheit recht! Deshalb bringe ich auf meinem Blog auch vegan mit Nachhaltigkeit zusammen, denn ich bin der Meinung, dass das alles ein großer Kreislauf ist, in dem alles zusammengehört und voneinander abhängt. Ich denke aber, dass Menschen, die sich wegen der veganen Ernährung automatisch mehr mit ihrer Ernährung beschäftigen, oft schon deshalb schneller als andere darauf kommen, dass bio, regional und saisonal wichtig sind. 🙂

  3. Matze

    Klingt nach einem normalen Entwicklungsprozess und es ist die logische Konsequenz. Wer sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahne schreibt, kommt an der pflanzlichen Ernährungsweise nicht vorbei!

    Weiter so!!!

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