Schlammpackung fürs Haar – oder wie es ist, sich mit Heilerde die Haare zu waschen

In meiner unermüdlichen Recherche, noch weniger Müll zu produzieren und noch minimalistischer zu werden, stieß ich irgendwann auf verschiedene Seiten über tierversuchsfreie Kosmetik und welche Alternativen es gibt zu herkömmlichen Shampoos etc. Es ging auch darum, dass man Sachen, die man eh schon im Haushalt hat (in Bad oder Küche), noch für andere Dinge verwenden kann. Das schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe, denn es produziert weniger Müll, weil ich das Produkt dann in größerer Menge kaufen kann, denn ich kann es multipel einsetzen. Und es ist auch minimalistischer, weil ich dann nur noch ein Ding anstatt vielleicht fünf verschiedene rumstehen hab. Ich fand die Tipps also super!

 

Der ganz besondere Tipp

Etwas verwundert war ich dann allerdings schon, als ich las, dass man Heilerde (du weißt schon, dieses braune Pulver, dass man mit Wasser anrührt und dass man dann als eine Art Schlamm als Gesichtsmaske aufträgt) als Shampooersatz benutzen kann. Was? Heilerde? Wie soll man sich damit denn bitteschön die Haare waschen??? Ja, das war meine erste, und zugegebenermaßen auch meine zweite und dritte Reaktion. Aber ich wäre nicht Zero Wastie und Minimalist und dazu noch Abenteurer, wenn ich das Ganze nicht sofort ausprobiert hätte. Kann ja nicht schaden… Heilerde hab ich sowieso noch da. Gesagt, getan.

 

Die Theorie

Ich hatte im Internet gelesen, dass das Haar sich am Anfang erst umstellen muss, dass es deswegen meist erstmal nicht so schön aussieht, eher trocken und spröde ist. Ok, testen wir das ganze lieber mal an einem Tag, an dem ich nicht aus dem Haus muss, man weiß ja nie… Wie das ganze funktioniert? Die Heilerde entzieht dem Haar und der Kopfhaut das Fett und reinigt auf diese Weise.

Ach ja, und man solle dann auf jeden Fall eine saure Rinse hinterher machen. Was das ist? Im Endeffekt eine Spülung. Man kann Apfelessig verwenden oder jede andere Essigsorte, verdünnt ihn stark mit Wasser und schüttet sich das Ganze am Ende der Prozedur dann über die Haare. Das verschließt dann angeblich die Schuppenschicht, die durch die Haarwäsche aufgeraut ist, und somit bekommt man schöne, seidig glänzende Haare. Soviel zur Theorie…

Ich hatte leider keinen Essig daheim. Macht nichts, machen wa trotzdem, wa? Jo.

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Die Praxis

Ich rührte mir also die Heilerde in einer Tasse an, machte meine Haare nass und klatschte mir dann die Heilerde aufs Haar. Schaum – natürlich nicht! Verteilen – kaum möglich. Ich rieb also etwas lustlos und frustriert die Heilerde so gut wie möglich auf meiner Kopfhaut hin und her. Die Dusche war gesprenkelt von braunen Matschflecken.

Dann das Zeug wieder aus den Haaren raus kriegen! Vergiss es! Ich verbrauchte Unmengen an Wasser, um meine Haare einigermaßen von der Heilerde zu befreien. Das ging mir total gegen den Strich, denn ich versuche auch meinen Wasserverbrauch zu reduzieren, wo es geht. Wasserverschwendung geht gar nicht!

Ich föhnte mein Haar hoffnungs- und erwartungsvoll. Dann kam der Moment der Wahrheit…

Schade, dass ich von dem Ergebnis kein Foto gemacht habe, es wäre mit Sicherheit der Renner geworden! Ja, die Schuppenschicht meiner Haare war „ein wenig“ rauh. Um nicht zu sagen: ich sah aus wie frisch durch den Reißwolf gedreht. Das Haar fühlte sich so strohig an, ich hätte mich unentdeckt beim nächsten Bauern ins Heu legen können. Und überall war noch der feine Puder der Heilerde auf meiner Kopfhaut. Große Katastrophe! Gut, dass ich an dem Tag nicht aus dem Haus musste!

 

Essig muss her!

Ich schob alles auf den nicht vorhandenen Essig und machte mich sogleich auf, mir eine Flasche Apfelessig zuzulegen. Einige Leute hatten den Duft im Internet als angenehm beschrieben, andere eher als störend. Im gewaschenen Haar sollte er aber so oder so nicht besonders auffallen.

Am nächsten Tag „wusch“ ich das Haar also wieder und sehr unwillig mit der Heilerde. Es ist etwas leichter zu ertragen, wenn man weiß, was einen erwartet… Im Anschluss setzte ich alle Hoffnungen auf den Apfelessig. Ich goss mir eine große Portion Essig-Wasser-Mix über den Kopf und trocknete und föhnte meine Haare danach wie gewohnt. Tja, was soll ich sagen… es wurde minimal besser. Die Haare sahen nicht mehr ganz so strohig aus, aber wirklich schön war auch anders. Und der Duft: ich muss sagen, für mich war er nichts. Ich empfinde ihn eher als unangenehm. Ich werde die Flasche aber aufbrauchen (Zero Waste!) und mir als nächstes eine andere Sorte Essig aussuchen, glücklicherweise gibt es ja genügend Auswahl.

Zurück zur Heilerde: da ich nicht so schnell aufgebe, zog ich das Ganze noch so lange durch, bis die Heilerde aufgebraucht war, was ca. 3 Wochen dauerte. Und danach hatte ich zum Glück dann schon eine Alternative gefunden, ich stieg auf die Produkte von Lush um.

Haare Heilerde

Fazit

Also bei mir hat die Sache mit der Heilerde überhaupt nicht funktioniert. Kann ich keinem empfehlen! Würde ich nie wieder machen! Aber lustig wars irgendwie schon!

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3 Replies to “Schlammpackung fürs Haar – oder wie es ist, sich mit Heilerde die Haare zu waschen”

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