Die Plastic Free July Challenge im Impact Hub München

Der Impact Hub, ein Coworking Space in München, ist generell sehr auf das Thema Nachhaltigkeit ausgerichtet und es arbeiten auch viele Firmen hier, die etwas mit Nachhaltigkeit zu tun haben. Als ich mich vorstelle, erzählt mir eine der Mitarbeiterinnen, dass sie gerne etwas gegen den vielen Plastikmüll, der jeden Mittag anfällt, tun würden. Und weil ich mich mit Zero Waste beschäftige, wollen wir mal quatschen.

Die Idee zur Plastic Free July Challenge

Das tun wir dann auch und ich erzähle ihr von der Plastic Free July Challenge, von der ich auf einem australischen Blog gelesen habe. Es geht darum, Einmalplastik so weit wie möglich zu vermeiden. Ich denke, der Hub könnte sich dieser Bewegung anschließen und so die Leute zu mehr Nachdenken über ihre Müllproduktion anregen.

Es wird dann im Hub Team besprochen und beschlossen. Ich helfe bei der Organisation mit Anregungen und vielen Links zu Beiträgen über ein plastikfreies Leben.

Plastic Free July Impact Hub

Los geht’s!

Der Plastic Free July im Impact Hub startet mit einem Cake’s Giving. Bei einem Cake’s Giving bringt jemand einen Kuchen mit und dann kommen alle Leute, die Lust und Zeit haben, um demjenigen 20 Minuten ihrer Zeit zu schenken. Die Zeit kann derjenige für eine Vorstellung oder für eine Frage nutzen. Im Gegenzug gibt es dann den Kuchen.

trashsgiving

In diesem Fall wird der Kuchen vom Hub gesponsert und es wird der komplette Plastikmüll des Tages auf dem Tisch ausgebreitet. Daraus ergibt sich eine angeregte Diskussion über das Thema Müll und was man dagegen tun könnte. Die meisten Anwesenden sind sehr interessiert und bereit, bei der Plastic Free July Challenge mitzumachen.

Ein paar Tage später ist es dann soweit: am 1. Juli startet die Challenge mit viel Kommunikation über Twitter, Facebook und die hubinternen Kanäle. Die Members bekommen jede Menge Tipps an die Hand, damit ihnen das Vermeiden von Einmalplastik leichter fällt.

Plastic Free July Impact Hub

Plastic Free July Impact Hub

Außerdem ist eine tolle Coffee Cup Library organisiert worden. Dort können alle Member verschiedene Dinge ausleihen, die beim Vermeiden von Einmalplastik helfen: Brotdosen aus Edelstahl, Wasserflaschen aus Glas, Jutebeutel, Coffee-to-go-Becher aus nachwachsenden Materialien usw. Echt eine super Sache, dass man alles dort mal testen kann und sich dann entscheiden kann, ob und was man sich selbst anschafft! Auch ich teste verschiedene Sachen wie eine Doppers Flasche oder eine Soulbottle.

Plastic Free July Impact Hub

Am Ende der ersten Woche kommt Anneliese Bunk, die Autorin des Buchs „Besser leben ohne Plastik“. Sie erzählt von ihrem eigenen Leben ohne Plastik und hat viele Tipps und Tricks auf Lager. Auch die Diskussion danach ist sehr angeregt und die Leute haben noch viele Fragen. Zu Essen haben alle einen selbstgemachten Dip mitgebracht, natürlich ohne Einwegverpackung. Dazu gibt es Brot und Baguette. Lecker!

Plastic Free July Impact Hub

Woche 2 der Plastic Free July Challenge

In der zweiten Woche gibt es wieder viele Tipps und Tricks über die Social Media Kanäle im Hub. Am Donnerstag kommt jemand vom AWM, den Abfallwirtschaftsbetrieben München. Er hält einen sehr interessanten Vortrag darüber, was mit dem Müll passiert, wenn er aus unseren Augen verschwunden ist. Besonders interessant finde ich, dass Deutschland keine Deponien für Restmüll mehr hat. Es werden 35% des Mülls verbrannt und 65% recycelt. Hört sich erstmal sehr gut an. Aber Deutschland verbraucht viermal so viele Ressourcen wie der Durchschnitt der anderen Länder auf der Welt, und das finde ich erschreckend!

Was super ist: vor 10 Jahren hat jeder Besucher auf der Wiesn (für Nichtbayern: dem Münchner Oktoberfest) pro Tag 2kg Müll produziert. Heute gilt bei allen Großveranstaltungen in München das Mehrweggebot, und somit konnte der Müll pro Kopf bei der Wiesn auf 200g pro Tag reduziert werden. Weiter so!

Woche 3 der Plastic Free July Challenge

In der dritten Woche kommt Simon vom Cradle to Cradle e.V. zu uns und erzählt uns etwas über dieses spannende Konzept. Dabei geht es darum, schon viel früher als beim Wegwerfen von Dingen anzusetzen. Es wird schon am Anfang des Produktlebenszyklus eingesetzt und bei der Herstellung darauf geachtet, dass Produkte langlebig und aus Materialien hergestellt werden, die man später wieder verwenden kann. Wer sich mehr dafür interessiert: ein interessantes Video über Cradle to Cradle.

Cradle2Cradle

Außerdem werden zwei sehr interessante Filme bei Popcorn & Ideas gezeigt, einem Format, bei dem man zusammen Filme anschaut und anschließend in der Gruppe darüber diskutiert.

Der erste Film heißt The Plastic Age und lässt auch Pharell Williams zu Wort kommen. Der zweite begleitet eine bayerische Familie bei ihrem Unterfangen, auf Plastik zu verzichten: Life without Plastic.

Fazit zum Plastic Free July im Impact Hub München

Die Hub Members waren generell sehr interessiert am Thema Plastic Free Living und Müllvermeidung im Allgemeinen. Das zeigt sich daran, dass die Events allesamt gut besucht waren. Die Themen kamen sehr gut an. Es wurden auch sehr viele Fragen gestellt. Einige davon werde ich in den nächsten Wochen auch noch hier auf meinem Blog beantworten. Es gab auch viele Reaktionen auf den Social Media Kanälen des Impact Hub. Es haben bestimmt einige der Members Wissen mitgenommen, das sie nun auch außerhalb des Hubs umsetzen werden, z.B. zuhause. Die Aktion hat zum Nachdenken angeregt über das eigene Konsumverhalten.

Aber der mittägliche Müll hat sich leider nicht signifikant reduziert. Jedenfalls nicht durch die Members. Allerdings hat der Hub auch noch einige Veränderungen vorgenommen. So wird seit kurzem der Kaffee nicht mehr als Pulver, sondern als Bohnen geliefert und selbst gemahlen. Das verringert den Plastikmüll um einiges. Denn Kaffee wird wirklich viel getrunken im Hub. Außerdem wird die Milch nun in Mehrwegflaschen statt in Tetrapaks gekauft und auch somit der Müllberg reduziert.

Mein persönliches Highlight war die Coffee Cup Library, die auch weiterhin bestehen bleiben wird. Ich finde es einfach toll, dass man dort verschiedene plastikfreie Behälter für Essen oder Getränke ausprobieren kann und sich auch für das Mittagessen einfach einen Behälter mitnehmen kann und ihn dann wieder zurück legen kann. Das ist für mich eine tolle Initiative!

Furoshiki Technik

Was man mit der japanischen Furoshiki-Falttechnik alles aus einem einfachen Tuch machen kann…

Insgesamt finde ich, dass die Plastic Free July Challenge im Hub eine gelungene Aktion war, die zum Nachdenken angeregt hat und uns alle einen Schritt weiter zur Müllvermeidung gebracht hat. Danke lieber Impact Hub München!

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