Flohmarkt – 6 Gründe, deine Sachen dort zu verkaufen

Ich war vor kurzem mit einer Freundin auf dem Flohmarkt. Auf dem größten Bayerns. Dem Flohmarkt auf der Theresienwiese. Er zieht einmal im Jahr je nach Wetterlage zehntausende von Besuchern an, die dann meist gleich noch über das Frühlingsfest schlendern. Über 2.000 Anbieter haben dieses Jahr ihre Waren feilgeboten. Und wir beide mittendrin.

Aber fangen wir mal von vorne an…

Die Vorbereitung

Man muss schon Frühaufsteher sein (oder wahlweise durchmachen ;-)), denn Flohmärkte fangen sehr früh an. Auf der Theresienwiese darf man immer schon am Freitag nachmittag (also am Tag vorher) aufs Gelände und sich einen Platz suchen und markieren. Einige Leute verkaufen dann auch schon was (ist aber eigentlich nicht erlaubt) und übernachten dann dort. Ich habe schon von tollen Parties unter freiem Himmel gehört… Wir waren der Meinung, wir würden am Samstag auch noch ein Plätzchen finden…

Ich stand am Samstag morgen um 4h auf. Ich wollte mir ein Auto von DriveNow leihen, aber leider war das nächste 24 Gehminuten entfernt und auch nur sehr klein. *Verzweiflung* Das ist der große Nachteil, wenn man sein Auto verkauft hat, man hat dann etwas mehr Organisationsaufwand… Glücklicherweise hatte meine Freundin nicht so viele Sachen und holte mich dann mit dem Auto ab. Man zahlt 5 Euro für den Parkplatz auf der Theresienwiese. Leider darf man nicht aus dem Auto verkaufen und auch nicht aufs Flohmarktgelände drauf fahren. Es heißt also Kisten schleppen.

Flohmarkt Aufbau

Die Ankunft

Als wir um kurz nach 6 ankamen, war es schon sehr voll und wir hofften, dass wir uns noch irgendwo dazwischen quetschen könnten. Gar nicht so einfach. Und wir waren auch etwas wählerisch: es gibt Plätze, da ist der Boden geteert, und Plätze, da ist einfach Schotter. Und da es in der Nacht geregnet hatte, wollten wir auf keinen Fall auf den Schotter, denn da waren überall riesige Pfützen.

Ein netter Herr ließ uns dann noch neben sich stehen und so bauten wir unseren Tisch und den Kleiderständer auf. Am Anfang ist gleich immer richtig viel los, da kommt man gar nicht schnell genug hinterher mit dem Sachen auf den Tisch legen. Glücklicherweise schien die Sonne und so war es auch am frühen Morgen schon angenehm warm.

Flohmarkt Sonnenaufgang

Ein zufriedenstellender Vormittag

Wir mussten uns erst ein wenig eingrooven und abchecken, wie viel wir für was verlangen konnten. Aber wir wollten lieber zu hoch anfangen, als die Sachen gleich quasi zu verschenken.

So verging die Zeit und als ich das erste Mal auf die Uhr schaute, es war gefühlt schon Mittag, da war es überraschenderweise erst 9.30h. Klar, wenn man so früh aufsteht, dann ist der Tag auch viel länger. Ich liebe das!

Gegen Mittag war ich schon ziemlich k.o., aber wir hatten auch schon jede Menge verkauft und waren sehr zufrieden.

Ein zäher Nachmittag

Der Nachmittag zog sich dann leider etwas hin. Klar, die Besucherströme kommen immer in Wellen und es ist nicht immer gleich viel los. Und dann hatten wir auch noch ein paar Regenschauer, die wir überstehen mussten, aber wir blieben tapfer auf unserem Platz. Alle empfindlichen Sachen wurden weggepackt und eine Plane über andere gebreitet, dann trotzten wir der Dinge, die da kamen. Es wurde glücklicherweise nicht so schlimm und die Sonne kam wieder raus. Gegen 15 Uhr entschieden wir uns, (fast) alle Sachen für 1 Euro anzubieten, das pushte unsere Verkäufe nochmals deutlich. Und gegen 16h hatten wir dann keine Lust mehr, es waren schon viele Verkäufer gegangen und wir waren einfach durch. Also packten wir unsere sieben Sachen und verließen das Gelände.

Flohmarkt Abbau

6 Gründe, warum du auf dem Flohmarkt verkaufen solltest

  1. Es ist einmalig ein Tag Aufwand und dann ist es rum
    Auf dem Flohmarkt musst du zwar nen ganzen Tag investieren, aber dann hast du die Sachen auch gleich los. Du musst dich nicht um Versandkartons oder Öffnungszeiten der Post kümmern.
  2. Wenn du gerne mit Leuten quatschst und gerne handelst, dann ist ein Flohmarkt genau das richtige für dich. Du wirst mit vielen Leuten in Kontakt kommen, es kommen teils sehr nette Gespräche zustande.
  3. Für Kleinteile ist ein Flohmarkt ideal, weil du diese schlecht übers Internet los wirst. Die Leute müssen da ja auch noch Versandkosten zahlen. Auf dem Flohmarkt hingegen nehmen sie auch gerne mal ein Teil für einen Euro mit, denn sie sind ja eh da.
  4. Wenn du Minimalist werden willst, ist der Flohmarkt auch super, denn du kannst sehr viele Sachen auf einmal los werden, ohne jede Sache einzeln fotografieren und beschreiben zu müssen. Ich hatte insgesamt ca. 20 Bananenkartons mit aussortierten Sachen, davon habe ich 8 auf den Flohmarkt mitgenommen.
  5. Auch für Anhänger des Zero Waste Lifestyle ist ein Flohmarkt perfekt, denn du kannst gleich mehrere der Prinzipien in die Tat umsetzen:
    • Reduce: du reduzierst, was du zu Hause an Kram hast. Macht den Blick wieder frei für das Wesentliche.
    • Reuse: du musst die Sachen nicht in den Müll schmeißen, sondern jemand anders freut sich und kann sie wiederverwenden.
    • Recycle: ähnlich wie reuse. Die Sachen landen nicht einfach in der Mülltonne, sondern bekommen ein sinnvolles zweites Leben, teils auch als was anderes als ursprünglich gedacht.
  6. Wenn du planst, Digitaler Nomade zu werden, gerne reist, vor allem mit dem Rucksack, und auch überlegst, mal eine Langzeitreise zu machen, dann ist es total wichtig, deine Sachen zu Hause zu reduzieren. Denn je weniger du noch zu Hause rumfliegen hast, desto weniger musst du dann woanders hin bringen, wenn du deine Wohnung untervermietest oder komplett aus deiner Bude ausziehst. Weniger Aufwand, weniger Geld für Stellplatz, Automiete usw. und weniger Energieverschwendung.

So jetzt weißt du, warum ich Flohmärkte super finde und was mir das Ganze bringt. Außerdem verdiene ich auch noch ein schönes Taschengeld mit Dingen, die ich eh nicht mehr haben will… 🙂

Warst du schon mal auf dem Flohmarkt? Was gefällt dir daran? Und was vielleicht auch nicht?

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