6 Monate Minimalismus – ein Fazit (und 6 Tipps für dich!)

Vor genau 6 Monaten kam ich von meiner einjährigen Weltreise nach Hause. Ich war schon das ganze Jahr über Minimalist gewesen, aber mehr oder weniger auch zwangsweise. Denn der Rucksack hat einfach nur begrenzten Platz. Und ich lebte gut damit, ich hatte wirklich alles dabei, was ich brauchte. Für ein Jahr! Klar, wenn mal was kaputt ging, dann kam was neues dazu. Und ich merkte über das Jahr auch mehrmals, dass ich etwas nicht besaß, das ich aber brauchte. Zum Beispiel, als ich in Chile in deren Winter ankam und feststellte, dass die ja doch auch niedrige Temperaturen haben. Und noch schlimmer: meist keine Heizungen in den Wohnungen. Also kaufte ich mir Skiunterwäsche, einen Wollpulli und eine Mütze.

Aber ich kaufte keine Andenken. Meine Andenken waren die über 20.000 Fotos, die ich mit nach Hause brachte. Und so musste ich auch nur einmal ein kleines Päckchen nach Hause schicken, es waren ein paar Bücher und ein paar geschenkte Postkarten und so was.

Wieder in Deutschland zog ich wieder in meine Wohnung in München ein. Die Kisten hatten teils bei meinen Eltern und teils bei einer Freundin gelagert. Ich ziehe immer mit Bananenkartons um, das hat sich über die Jahre sehr bewährt. Ich hatte 10 Bananenkartons bei meinen Eltern und 26 bei meiner Freundin. Die hat aber leider keinen Aufzug und die Kisten waren auf dem Speicher. Ich schwor ihr, dass ich beim nächsten Mal 10 Kisten weniger anbringe. Das war meine Motivation.

Dann ging es ans Auspacken: bei vielen Dingen, die zum Vorschein kamen, konnte ich einfach nur den Kopf schütteln. Was ein Jahr Reisen doch so alles in deinem Kopf anstellen kann… Ich konnte nicht mehr verstehen, wozu ich 7 Blue Jeans besaß. Oder 45 Unterhosen (hatte ich doch auf der Reise nur 10 dabei gehabt). Oder Spiele, die ich seit Jahren nicht angerührt hatte.

Beim Aussortieren half mir die KonMari-Methode, über die ich nochmal einen eigenen Blogartikel schreiben werde.

Ich sortierte in diesem ersten Anlauf (also beim Einräumen meiner Schränke) ungefähr 18 Bananenkartons mit Sachen aus. Wobei man dazu sagen muss, dass ja die Küchenschränke über das Jahr meiner Untervermietung voll waren und auch meinen Keller hatte ich nicht ausgeräumt. Also es waren insgesamt schon noch mehr als diese 36 Kisten an Zeug da.

Einige der Sachen verschenkte ich an Freundinnen, andere gingen an gemeinnützige Einrichtungen, wieder andere verkaufte ich jetzt vor kurzem auf dem Flohmarkt. Darüber schreibe ich auch nochmal einen Artikel.

Was ich mir in dem halben Jahr Neues gekauft habe? Das ist schnell erzählt. (Natürlich schließe ich nur die Gebrauchsgegenstände ein und nicht die Verbrauchsgegenstände, also zum Beispiel alle Lebensmittel, die sich ja verbrauchen, tauchen logischerweise nicht auf.)

  • einen Pulli
  • ein T-Shirt (beides nur deshalb, weil ich noch einen Gutschein hatte, den ich einlösen wollte)
  • Rasierhobel (das war tatsächlich ein Fehlkauf. Ich hatte darüber viel auf Zero Waste Blogs gelesen, weil man da mit richtigen Rasierklingen arbeitet und die viel weniger Müll produzieren als die Köpfe der normalen Rasierer. Aber ich kam damit Null zurecht und so wurde der Rasierhobel auf dem Flohmarkt wieder verkauft)
  • Rasierer (der Nachfolger des Rasierhobels, jetzt bin ich wieder glücklich)
  • Mülleimer (mein Untermieter hatte den Inneneimer meines Barmülleimers verschlampt und ich ärgerte mich jeden Tag darüber. Also kaufte ich einen neuen Mülleimer. Im Nachhinein überflüssig, weil ich ja eh immer weniger Müll produzieren will…)
  • Glühbirnen
  • Duschschlauch aus Edelstahl (der alte aus Plastik hatte ein Loch. Jetzt also weniger Plastik in der Wohnung. :-))
  • Klobürste: dazu kommt auch nochmal ein ausführlicher Artikel. Sie ist komplett aus Holz und mit Naturborsten und kann später auf dem Kompost entsorgt werden.
  • Rucksack (meine neueste Errungenschaft, ich bin stolz wie Oskar! Er hat mehrere Zwecke: einmal ist mein kleiner Tagesrucksack kaputt gegangen, sodass ich diesen ersetzt habe. Andererseits will ich ab sofort nur noch mit Handgepäck verreisen wie viele Digitale Nomaden und deshalb habe ich mir einen Handgepäcksrucksack gekauft: den Osprey Farpoint 40 in carribean blue. Er war das teuerste auf der Liste dieser Sachen, aber ich denke, er hat sich gelohnt. Ich werde auf jeden Fall berichten, wie er sich bei meinen Reisen macht!)

Rucksack Osprey auf dem Rücken

 

  • eine ECO BrotboxIch will ja langfristig weg vom Plastik und deswegen habe ich mir jetzt als erstes mal eine Edelstahl Brotdose gekauft. Sie hat zwei Ebenen und noch eine kleine Box, die man in die andere reinstellen kann (z.B. für Salatdressing). Die ersten Tests fielen sehr positiv aus.

Ich habe noch lange nicht das Gefühl, fertig zu sein mit meinem Minimalismus in der Wohnung. Als nächstes gilt es, ein paar größere Teile zu verkaufen, ein Regal und einen Gartentisch mit Stühlen (denn ich hab ja nicht mal nen Garten). Dann ist der Keller auf wieder begehbar. Und es fallen mir auch immer wieder Kleinigkeiten in die Hände, die ich dann nach kurzem Nachdenken in eine der bereitstehenden Kisten lege und goodbye sage. Bis zum Herbst möchte ich noch einiges los werden. Denn dann will ich wieder in die Welt ziehen.

Was ich daraus gelernt habe?

Warum du unbedingt Minimalist werden solltest

Du wirst dich freier fühlen

Weniger Dinge zu besitzen bedeutet weniger Verantwortung. Du musst dich um weniger kümmern. Weniger abstauben, weniger reparieren, weniger von A nach B transportieren, weniger entsorgen. Und dadurch kannst du dich auf Dinge konzentrieren, die dir wirklich wichtig sind im Leben, beispielsweise deine Familie, deine Freunde, dein Business oder das Reisen.

Weniger Dinge machen glücklicher

Wenn du nur noch Dinge um dich herum hast, die du wirklich magst, macht dich das wesentlich glücklicher. Ich habe am eigenen Leib erfahren, dass Dinge tatsächlich eine Energie ausstrahlen, wenn sie da bei dir im Regal stehen oder in der Schublade liegen. Jedes Mal, wenn du sie anschaust, geben sie dir positive oder aber negativ Energie. Je weniger Dinge du besitzt, desto mehr Dinge hast du, die dir positive Energie geben. Das macht einfach glücklich.

Weniger Zeit vor dem Kleiderschrank

Wieviel Zeit verbringst du so normalerweise vor dem Kleiderschrank? Stehst du auch immer da und überlegst, was du anziehen könntest, nur um dann festzustellen, dass du einen ganzen Kleiderschrank voll von „Nichts zum Anziehen“ hast? Hast du dich schon mal gefragt, woher das kommt? Weil die Sachen nicht die richtigen sind! Wenn sie weg sind, siehst du die Sachen, die dir gefallen, und die du gerne anziehen magst, viel schneller. Und das spart enorm Zeit. Und Energie.

Mehr Geld für die wichtigen Dinge

Wenn du weniger shoppen gehst, weil du einsiehst, dass das meiste nur Impulskäufe sind und du die meisten Sachen eh nicht brauchst, dann hast du logischerweise mehr Geld übrig. Wenn du dann noch Dinge verkaufst, die du nicht mehr brauchst, hast du nochmal ein kleines Taschengeld dazu. Du wirst dich wundern, was Leute noch alles kaufen. Ich kam auf dem Flohmarkt aus dem Staunen nicht mehr heraus! Es gibt Leute, die behaupten, ein Haus sei nur ein Platz für unser Zeug mit nem Dach drauf. So ganz Unrecht haben sie da nicht. Wenn du also weniger besitzt, reicht dir ein kleineres Haus oder eine kleinere Wohnung und du sparst dadurch enorm viel Geld.

Weniger Gewicht rumzuschleppen

Ob auf Reisen oder in der Handtasche – wenn du Minimalist bist, hast du weniger rumzuschleppen.  Denk nur mal dran, als du deinen riesigen Koffer irgendwo die Stufen hochschleppen musstest und sie wollten nicht enden! Kommt dir bekannt vor? Hab ich früher auch alles gemacht. Aber warum zu Tode schleppen mit Dingen, die du „nur für den Fall“ eingepackt hast? Hand aufs Herz: wie oft ist dieser „Fall“ in den letzten Jahren oder Jahrzehnten eingetreten? Siehst du!

Weniger Müll

Wenn du weniger kaufst, musst du auch weniger wegwerfen, ganz klar! Und alles, was du nicht wegwirfst, kommt unserer Umwelt zu Gute. Ich muss glaube ich keinem erzählen, dass das Meer von Plastik nur so überquillt und je weniger wir entsorgen, desto weniger kann im Meer landen.

Hast du Fragen? Dann rein damit in die Kommentare!

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2 Replies to “6 Monate Minimalismus – ein Fazit (und 6 Tipps für dich!)”

  1. Luisa

    Mit Konmari habe ich auch schon viel aussortiert 🙂 Mit Handgepäck reisen ist das entspannteste Reisen, dass ich kenne. Ich war vor ein paar Monaten für vier Wochen mit 7kg Gepäck in Südostasien unterwegs und es hat nichts gefehlt.

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