5 Gründe, warum dein Auto überflüssig ist

Du lebst in einer größeren Stadt mit einem guten Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln. Klar, es könnte immer besser sein. Der Bus fährt nicht direkt vor deiner Tür ab. Zur S-Bahn musst du 10 Minuten laufen.

Du hast auch ein Auto. Weil du es zum Einkaufen brauchst. Kisten schleppen zu Fuß ist ja viel zu anstrengend. Und zur Arbeit fährst du auch ab und zu mit dem Auto, ist einfach so viel praktischer, direkt von Tiefgarage zu Tiefgarage. Vor allem im Winter oder bei schlechtem Wetter. Und außerdem fährst du ab und zu gern auch mal irgendwo mit dem Auto hin, wo man mit den Öffentlichen einfach schlecht hin kommt. Kenn ich alles. Hab ich genau so gemacht. Ich lebe in München. Ziemlich zentral. Die S-Bahn quasi vor der Tür. Und trotzdem war es einfach viel zu praktisch, um darüber nachzudenken, etwas zu ändern. Was mich allerdings schon schlucken ließ, waren die Kosten. Der Tiefgaragenstellplatz direkt unten in meinem Haus (ein Duplex) kostete jeden Monat geschlagene 115 Euro… Mit Benzin, Steuer und Versicherung kam ich, je nachdem, wie oft ich fuhr, auf 300-400 Euro/Monat. Das sind zwischen 3600 und 4800 Euro im Jahr, ich würd mal sagen, ein schöner Urlaub… Ne ganze Menge Kohle!

Und das eigentlich nur für meine Bequemlichkeit. Denn ich habe alle Läden des täglichen Bedarfs in Laufnähe, einige sehr schöne Cafés und Restaurants gleich um die Ecke, zum Marienplatz sind es mit dem Fahrrad 10 Minuten und zu Fuß 25 Minuten. Zur Arbeit musste ich nur in die S-Bahn einsteigen und nicht mal umsteigen. Ziemlicher Luxus!

Ich hatte eine Monatskarte für die Öffentlichen und weil ich sie hatte, war ich oft einfach auch zu faul mit dem Fahrrad in die Innenstadt zu fahren. Ich musste ja nur schnell reinhüpfen.

Als ich meine Weltreise plante, war eine der schwierigsten Herausforderungen, was ich denn mit meinem Auto machen sollte. Ich konnte es nicht einfach irgendwo auf der Straße abstellen, denn es darf immer nur maximal 2 Wochen an einem Platz stehen. Das war mir zu heikel. Irgendwann fand ich dann einen Bauern bei meinen Eltern um die Ecke, der eine seiner Scheunen an Leute mit Autos vermietet. Dort stellte ich mein Auto also ein Jahr unter. Kostenpunkt: 30 Euro pro Monat. Nicht wenig, aber immer noch sehr viel besser als der Tiefgaragenstellplatz…

Als ich wieder zurück nach Deutschland kam, wurde mir erst so richtig bewusst, wie wenig ich das Auto wirklich brauchte. Ich bewegte es in den ersten 4 Monaten genau 3 Mal. Das war der ausschlaggebende Punkt, warum ich mich letztendlich dazu entschied, es zu verkaufen. Der zweite war, dass immer mehr Reparaturen anfielen, denn mein Auto war nicht mehr das jüngste. Das ist jetzt ein paar Monate her.

Ich habe es überhaupt nicht bereut (auch wenn es auf dem Bild so aussieht. War schon traurig nach 15 Jahren).

Auto

Und falls du auch gerade ins Grübeln kommst und überlegst, wie oft du dein Auto wirklich brauchst, und wie oft du es nur aus Bequemlichkeit nutzt, hier meine 4 Gründe, auf ein Auto zu verzichten:

  1. Du sparst jede Menge Geld: kein Parkplatz mehr, kein Benzin, keine Steuer, Versicherung, keine Reparaturen mehr.
  2. Du sparst ein großen Batzen deines persönlichen CO2-Verbrauchs ein. Das sind im Durchschnitt ca. 2.500 kg CO2-Ausstoß pro Jahr (Mittelklassewagen, Benziner, 12.000 km/a, 8l/100km). Dafür kannst du 2.273 Mal 7 Minuten duschen oder 8.333 Mal Pizza backen. Also ne ganze Menge.
  3. Carsharing wird immer beliebter. Es sieht auf den ersten Blick natürlich nicht ganz billig aus, 34ct/Minute für die Fahrt zu zahlen. Aber genau deswegen wirst du dir zweimal überlegen, ob du das Auto wirklich brauchst, oder ob es laufen, Fahrrad oder Öffentliche auch tun. Und zweitens sparst du so viel Geld ein, dadurch dass du dein Auto nicht mehr rumstehen hast, dass du dir das Carsharing dann auch mal leisten kannst. Denn bis du mit Carsharing wie in meinem Fall bei 300-400 Euro pro Monat bist, musst du das schon echt intensiv nutzen…
  4. Du wirst so viel mehr Fahrrad fahren als vorher. Denn wenn es dir nur ein bisschen geht wie mir, dann wirst du dich öfters mal fürs radeln entscheiden als früher, weil du dir denkst: och, die 6 Euro für die Fahrt mit der Bahn hin und zurück spar ich mir jetzt. Und es wird dich so viel fitter machen, ohne dass du dafür besonders viel extra Zeit aufwenden musst oder extra Geld fürs Fitnessstudio ausgeben musst.
  5. Auf längeren Strecken kannst du Mitfahrgelegenheiten nutzen. Das kostet weniger als alleine fahren und du wirst dich wundern, wie viele nette Leute du da kennenlernst. Und wenn du mal keine Lust zu quatschen hast (kommt bei mir auch immer wieder vor), dann kannst du dir deine Kopfhörer aufsetzen und die anderen lassen dich in Ruhe.

Hast du ein Auto? Brauchst du es wirklich? Oder bist du auch überzeugter Nicht-Auto-Besitzer? Warum? Schreib es in die Kommentare!

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